Update vom 20.03.2026: Gute Neuigkeiten! Am 19. März 2026 wurden in Belarus 250 politische Gefangene freigelassen, darunter auch die Viasna-Aktivist*innen Valiantsin Stefanovich und Marfa Rabkova. Weitere Informationen dazu hier.
Das Menschenrechtszentrum Viasna (deutsch „Frühling“, andere Schreibweise: Wjasna) in Belarus wurde 1996 gegründet, im Zuge der Massenproteste der demokratischen Opposition in Belarus. Infolge der Niederschlagung der Proteste nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2020 in Belarus wurde die Zivilgesellschaft im Land praktisch mundtot gemacht. Auch die Mitglieder von Viasna sind Schikanen seitens der Behörden ausgesetzt, darunter administrative Verhaftungen, willkürliche Inhaftierungen und strafrechtliche Verfolgung im Zusammenhang mit ihren Menschenrechtsaktivitäten. Im Jahr 2003 wurde der Organisation von den Behörden die offizielle Registrierung als NGO entzogen. Im August 2023 wurde Viasna durch die belarussischen Behörden zur extremistischen Organisation erklärt.
Seit August 2024 engagierte sich die Amnesty-Gruppe Detmold besonders für Marfa Rabkova, die Koordinatorin des Freiwilligen-Netzwerks von Viasna. Marfa Rabkova wurde im September 2020 allein wegen ihrer legitimen Menschenrechtsarbeit als Koordinatorin des ehrenamtlichen Netzwerks von Viasna in Untersuchungshaft genommen. Das Stadtgericht von Minsk verurteilte sie am 6. September 2022 zu 15 Jahren Haft. Sie wurde unter anderem der „Organisation von Massenunruhen“ und der „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ für schuldig befunden. Auch ihre neun Mitangeklagten wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Am 28. Februar 2023 reduzierte der Oberste Gerichtshof im Berufungsverfahren die Strafe um 3 Monate, bestätigte aber das generelle Urteil.
Trotz einer zunehmenden Verschlechterung ihres Gesundheitszustands seit Herbst 2021 wurde Marfa Rabkova in der Haft nicht angemessen medizinisch versorgt.
