Über uns

Die Detmolder Amnesty-Gruppe 1602 existiert seit 1977 – im Jahr 2017 konnten wir also unser 40-jähriges Bestehen feiern.

Seit über 40 Jahren aktiv für die Menschenrechte

Amnesty International hat „einen Namen“ in Detmold: Die lange, kontinuierliche Arbeit der Detmolder Amnesty-Mitglieder hat Früchte getragen. Über viele Jahre gab es neben der Hauptgruppe auch noch eine Jugendgruppe, die aus Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Leopoldinum bestand.

Eindrucksvoll waren viele „große“ Aktionen, mit denen die Detmolder Gruppe an die Öffentlichkeit gegangen ist. Mindestens ebenso wichtig war der Gruppe aber immer die ganz unspektakuläre Kleinarbeit mit den regelmäßigen Ständen in der Detmolder Innenstadt, an denen Interessenten informiert und um Unterstützung z.B. durch das Unterschreiben von Petitionen gebeten wurden.

Regelmäßige Aktivitäten

Die Mitglieder der Gruppe 1602 treffen sich im 14-tägigen Abstand in den Räumen der AWO in der Elisabethstraße 45-47. Zu diesen Treffen sind neue Interessenten jederzeit herzlich willkommen. Die jeweils nächsten Termine erfahren Sie auf dieser Website.

Amnesty International setzt sich ein:

  • für die Freilassung politischer Gefangener, d.h. von Menschen, die wegen Ihrer politischen, religiösen oder anderen Überzeugungen, aufgrund ihrer Hautfarbe, ethnischer Herkunft, Sprache oder ihres Geschlechts inhaftiert sind und Gewalt weder angewandt noch befürwortet haben
  • für faire und zügige Gerichtsverfahren für alle politischen Gefangenen
  • gegen Folter und gegen die Todesstrafe in allen Fällen
  • gegen extralegale Hinrichtungen und das „Verschwindenlassen“ von Menschen
  • Ausführlichere Informationen zu den Forderungen von ai finden Sie hier.*

Wer ist Amnesty International?

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

12. Mai 2019