Tashi Wangchuk: Neuer Betreuungsfall der Gruppe Detmold

Tashi Wangchuk

Tashi Wangchuk

Tashi Wangchuk setzt sich seit vielen Jahren gewaltlos für den Erhalt der tibetischen Sprache und Kultur ein. Zwar erlaubt das chinesische Recht den Schulunterricht in tibetischer Sprache, praktisch wird dies aber weitgehend von chinesischen Beamten boykottiert. Tibetische Kinder und Jugendliche sind heute vielfach nicht mehr in der Lage, in ihrer ursprünglichen Sprache zu kommunizieren. Gegen diesen Missstand versuchte Tashi Wangchuk mit rechtlichen Mitteln vorzugehen. Die New York Times begleitete ihn bei seinem erfolglosen Versuch, Rechtsverfahren gegen örtliche Behördenvertreter anzustreben und erstellte einen Dokumentarfilm mit dem Titel „A Tibetan’s Journey for Justice“. Dieses Filmmaterial und ein Interview mit Tashi Wangchuk waren den Behörden Grund genug, den Vorwurf der „Aufwiegelung zum Separatismus“ zu erheben und Tashi Wangchuk im Januar 2016 zu inhaftieren. Inzwischen ist er zu 5 Jahren Haft verurteilt  worden. Seine Anwälte, die nur begrenzten Zugang zu ihm bekamen, berichteten von Folterungen in den ersten Wochen seiner Haft und von unmenschlichen Haftbedingungen. Weltweit gilt Tashi Wangchuk als gewaltloser politischer Gefangener, der unsere Unterstützung braucht.

Update 29.01.2021: Gestern meldete Amnesty International, dass Tashi Wangchuk aus der Haft entlassen wurde. Allerdings unterliegen insbesondere politische Gefangene in China nach ihrer Freilassung des Öfteren weiterhin Restriktionen. Amnesty bleibt aufmerksam…

Vielen Dank allen, die Appell-Briefe zugunsten von Tashi Wangchuk an den Präsidenten der Volksrepublik China geschrieben haben!

 

29. Januar 2021